header

Monthly Archives:März 2016

WEKO eröffnet Untersuchung gegen Naxoo AG

Das ganze war in Genf.

Das ganze war in Genf.

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat eine Untersuchung gegen die Naxoo AG (früher: 022 Télégenève AG) eröffnet. Das Sekretariat der WEKO verfügt über Anhaltspunkte betreffend eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung, indem die Naxoo AG im Bereich des Kabelnetzes in der Stadt Genf über eine marktbeherrschende Stellung verfügt und diese missbraucht.

Die WEKO hat entschieden, nachfolgend an eine Vorabklärung, eine Untersuchung zu eröffnen, um die Auswirkungen des Verhaltens der Naxoo AG auf den Wettbewerb zu prüfen.

Im Rahmen der Untersuchung soll geprüft werden, ob das Verhalten der Naxoo AG den Wettbewerb tatsächlich in unzulässiger Weise im Sinne des Kartellgesetzes beschränkt. Insbesondere soll geprüft werden, ob die Naxoo AG auf dem Kabelnetz im Gebiet der Postleitzahlen 1201 bis 1209 eine marktbeherrschende Stellung innehat, ob sich daraus auch eine marktbeherrschende Stellung auf den installierten Netzen in Liegenschaften ergibt und ob die Naxoo AG ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, indem sie den Netzzugang für Dritte einschränkt oder verhindert. Es liegen Hinweise vor, wonach Dritten, beispielsweise Anbietern von satellitengestützten Dienstleistungen, der Netzzugang zu Liegenschaften durch die Naxoo AG erschwert oder verhindert wurde, obwohl der Zugang für die Übertragung von Dienstleistungen Dritter nötig ist. Tatsächlich sehen sich die Eigentümer der Liegenschaften mit Drohungen konfrontiert, wonach die Naxoo AG, für den Fall, dass die installierten Netze in den Liegenschaften nicht mehr länger ausschliesslich für den Zugang zu den Dienstleistungen der Naxoo AG und/oder ihrer Partner genutzt werden können, ihre Dienstleistungen unverzüglich vollständig oder teilweise unterbrechen würde, was letztlich zu einem Ausschluss von Dienstleistungen Dritter führen würde.

Öffentliche Ausschreibung für die Verwaltung von .ch-Domain-Namen

Öffentliche Ausschreibung für die Verwaltung von .ch-Domain-Namen. (Symbolbild)

Öffentliche Ausschreibung für die Verwaltung von .ch-Domain-Namen. (Symbolbild)öffe

Die Verwaltung der Datenbank der .ch-Domainnamen wird öffentlich ausgeschrieben, da der Vertrag mit der Stiftung SWITCH Mitte 2017 ausläuft. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) wird Mitte April eine öffentliche Ausschreibung durchführen, um die Registerbetreiberin zu ernennen, die die zentrale Organisation und Administration der .ch-Domain sicherstellt.

Das BAKOM wird nächsten Monat die Aufgabe der Registerbetreiberin für .ch-Domainnamen öffentlich ausschreiben. Das Unternehmen, das den Zuschlag erhält, wird diese Funktion ab Sommer 2017 übernehmen. Es wird die nationale Datenbank der .ch-Domain-Namen verwalten und die elektronische Verknüpfung mit dem weltweiten Domain-Namen-System (DNS) sicherstellen. Ausserdem wird die künftige Betreiberin für die Zuteilung und den Widerruf des Nutzungsrechts an einer Internetadresse zuständig sein. Diese Aufgaben werden seit 2003 von SWITCH wahrgenommen, deren Vertrag mit dem BAKOM Mitte 2017 endet.

Die Unternehmen, die sich für die Funktion der Registerbetreiberin bewerben, müssen nachweisen, dass sie die in der Verordnung über Internet-Domains (VID) festgelegten Dienstleistungen erbringen können. Insbesondere müssen sie aufzeigen, dass sie über die Erfahrungen und das Personal verfügen, die für den reibungslosen Betrieb der technischen Infrastruktur (DNS) erforderlich sind. Mit rund zwei Millionen registrierten Domain-Namen gilt das DNS als kritische Infrastruktur für unser Land. Die Anforderungen zur Sicherstellung der Stabilität und Sicherheit sind deshalb sehr hoch. Die Registerbetreiberin ist verpflichtet, Massnahmen zur Bekämpfung der Cyberkriminalität zu treffen und die Sicherheit und Zugänglichkeit des Systems sicherzustellen. Zur Gewährleistung der Integrität und des Schutzes der Daten nach nationalem Recht dürfen an der öffentlichen Ausschreibung nur in der Schweiz ansässige Unternehmen teilnehmen, die selbst (wie auch ihre Muttergesellschaften) in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einem fremden Rechtssystem stehen, das eine exzessive Datenherausgabe verlangt.

Interessierte Unternehmen können ihre Bewerbung bis Mitte Juli 2016 einreichen. Das BAKOM wird im Herbst bestimmen, wer die Funktion der Registerbetreiberin ab Mitte 2017 übernimmt.

Übertragung der Funktion der Registerbetreiberin

Adressierungselemente wie Telefonnummern oder .ch-Internetadressen sind wichtige Ressourcen für unser Land. Ihre Verwaltung ist eine staatliche, dem BAKOM übertragene Aufgabe, wie dies im Fernmeldegesetz vorgesehen ist. Allerdings haben die eidgenössischen Räte im Gesetz als Ausnahme die Möglichkeit verankert, die Funktion der Registerbetreiberin einem Dritten zu übertragen. Dies erlaubte es der Stiftung SWITCH, ihre historische Tätigkeit als Verwalterin von .ch-Domain-Namen weiter auszuüben (Amtliches Bulletin des Nationalrats, 1997, S. 95). Im Fall von .swiss hat das BAKOM beschlossen, die Funktion der Registerbetreiberin selber wahrzunehmen, und gewährleistet so heute die Stabilität, Koordination und Kontinuität der Verwaltung der .swiss-Domain.

Evaluation der Beobachtung der digitalen Wirtschaft durch den Bund

Evaluation der Beobachtung der digitalen Wirtschaft durch den Bund. (Symbolbild)

Evaluation der Beobachtung der digitalen Wirtschaft durch den Bund. (Symbolbild)

Die Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz sah 2012 vor, den Fortschritt der E-Wirtschaft in der Schweiz zu beobachten.

Ziel war es, über die volkswirtschaftlich relevanten Effizienzgewinne durch vernetzte Akteure und Prozesse zu informieren sowie gegebenenfalls Vorschläge und Massnahmen zu unterbreiten. Der Beobachtungsauftrag wurde durch das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO wahrgenommen.

Im Auftrag des SECO erstellte das Institut für Wirtschaftsstudien Basel in den Jahren 2012, 2013 und 2014 je einen E-Wirtschaft-Bericht. Im Jahr 2015 beauftragte das SECO die Polynomics AG diese Berichte zu evaluieren.

Im Rahmen der Evaluation untersuchte Polynomics, inwieweit die E-Wirtschaft-Berichte den Beobachtungsauftrag des Bundesrates sowie die von relevanten Stakeholdern herangetragenen Erwartungen erfüllen. Die Evaluation dient dem SECO zudem als Grundlage, um 2016 darüber zu entscheiden, ob und in welcher Form der Beobachtungsauftrag künftig umgesetzt werden soll.

WordPress-Suchfunktion: Der reinste Müll

Wordpress-Suchfunktion: reiner Müll

WordPress-Suchfunktion: reiner Müll

WordPress hat nicht mal intern eine funktionierende Suchfunktion.

Ich suchte kürzlich auf Domleschger-Zeitung.ch nach einem Beitrag „Was ist das Domleschg?“ und gab den Suchstrang in die Suchleiste ein.

Heraus kam allerlei Quatsch, denn WP zeigte dooferweise alle Beiträge an, die eines der 4 Wörter enthalten, nicht aber den Beitrag mit dem Suchstrang.

Einschränken ließ sich die Suche nur in Kategorien, die man auswählen konnte. Was natürlich null nützt, wenn man nicht weiß, in welcher Kategorie der gesuchte Artikel verortet ist.

Und: Weil 354 von 388 Beiträgen auf der Seite angzeigt wurden, dürfte die Auswahl kaum ausreichend kleiner sein, selbst, wenn man die Kategorie wüßte.

Ganz magere Leistung und auch ein Indiz dafür, wie rückständig WordPress ist.

Und ein Grund mehr, WordPress-Alternativen wie Nibbleblog etc. zu unterstützen.

Passwörter von 6‘000 E-Mail-Konten im Umlauf

Admin24 post on März 18th, 2016
Posted in Tech allgemein Tags: , , ,
  • Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung hat 6‘000 Adressen zu E-Mail Konten erhalten, die offenbar gehackt wurden und nun möglicherweise für illegale Zwecke missbraucht werden.

Der Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI wurden rund 6‘000 gehackte E-Mail-Konten gemeldet. Es besteht die Gefahr, dass diese Konten mit den gehackten Passwörtern nun für illegale Zwecke (Betrug, Erpressung, Phishing usw.) missbraucht werden.

MELANI hat deshalb ein Online-Tool publiziert, mit dem jeder überprüfen kann, ob seine E-Mail Adresse betroffen ist. Das Tool kann unter https://www.checktool.ch aufgerufen werden. Für die Überprüfung ist nur die Eingabe der E-Mail-Adresse notwendig. Diese wird nicht im Klartext übermittelt und auch nicht gespeichert.

MELANI rät allen Personen und Unternehmen, diesen Check durchzuführen. Sollte ein E-Mail-Konto betroffen sein, gibt das Online-Tool eine entsprechende Meldung aus. In diesem Fall empfiehlt MELANI den Betroffenen folgende Massnahmen:

  • Ändern Sie das Passwort des E-Mail-Kontos sofort.
  • Auch alle anderen online verwendeten Passwörter sollten Sie unverzüglich ändern. Insbesondere, wenn Sie das für das E-Mail-Konto verwendete Passwort auch für andere Dienste (Online-Shops, E-Banking usw.) verwendet haben.
  • Alle in den E-Mail-Kontakten aufgeführten Personen dahingehend informieren, dass sie beim Empfang von E-Mails mit Ihrem Absender vorsichtig sein und im Zweifelsfall bei Ihnen rückfragen sollen.
  • Überprüfen Sie in den nächsten Wochen jegliche Art von Kontoauszügen, iTunes-Belastungen usw. Sollten Sie Unregelmässigkeiten feststellen, setzen Sie sich bitte sofort mit Ihrer Bank resp. dem entsprechenden Unternehmen in Verbindung.

Die digitale Zukunft braucht Freiheit, Sicherheit und Wissen

Rede von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann anlässlich der Eröffnung der CeBIT 2016

Sehr geehrter Herr Bundesminister
Sehr geehrter Herr Kommissar
Sehr verehrte Damen und Herren Minister
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister
Sehr verehrten Damen und Herren Abgeordnete und Staatssekretäre aus Bund, EU und Ländern
Exzellenzen
Sehr geehrter Herr Dr. von Fritsch

Meine Damen und Herren
Liebe Freunde

Es freut mich ausserordentlich Ihnen die Grussbotschaft der Schweizer Regierung vor diesem grossartigen Hintergrund überbringen zu dürfen. Das Matterhorn ist eines der schönsten Symbole der Schweiz. Zugegeben: Persönlich betrachte ich diesen Berg mit gemischten

Gefühlen. Denn es ist einer der wenigen 4000er der Schweiz, den ich als Bergsteiger nicht bezwingen konnte.

Meine Damen und Herren
Wir sind natürlich nicht hier, um meine alpinistischen Leistungen zu diskutieren. Wir sind hier, um einen Blick nach vorne zu werfen. In unsere digitale Zukunft. Und was wir zusammen dafür tun können, damit diese Zukunft ihre Versprechen halten kann. Sei es in der Wirtschaft, in der Gesellschaft oder in der Politik.

Als ich meine Karriere als Ingenieur in der Elektronikindustrie begann, war die Zukunft sehr in Mode. Das war Mitte der Siebziger Jahre. Das Apollo-Programm war in aller Munde. Star Trek war damals schon eine Kultserie. Der Blick in die Zukunft war optimistisch. Man freute sich auf Roboter als Helfer, man träumte vom fliegenden Automobil. Diese Vorstellung einer verheissungsvollen Zukunft verlor dann aber ihre Unschuld. Zukunft wurde sogar zur Bedrohung. Für den Menschen, für die Umwelt.

Wiederum setzte Hollywood den Ton: Der Film „Terminator“ wurde 1984 zum düsteren Sinnbild einer bedrohlichen technologischen Zukunft, das die folgenden Jahre grösstenteils bestimmte. Trotzdem wurde die Zukunft allmählich zur Gegenwart. Der Personal Computer und das Mobiltelefon wurden allgegenwärtig. Das Internet begann sie zu verbinden. Aber diese Innovationen waren eigentlich erst Fortsetzungen bekannter menschlicher Tätigkeiten.

Statt Brief – Email.
Statt Zeitung – Webseite.
Statt persönlichem Gespräch – Chat.
Statt Brockhaus – Wikipedia.
Statt Flohmarkt – eBay.

Das mutet angesichts der bahnbrechenden Technologien, die sich heute abzeichnen, bereits veraltet und langweilig an. Wo stehen wir heute? Wie halten wir es heute mit der Zukunft? Ich glaube: Die Faszination ist wieder da. Die Zukunft, von der wir in den Siebziger Jahren als junge Ingenieure träumten, ist heute dank der rasanten Entwicklung der Technologie in greifbare Nähe gerückt. Roboter werden schon bald an der nächsten Strassenecke anzutreffen sein. Autos werden zwar vielleicht nicht fliegen, aber sie werden zumindest selber fahren. Das „Auto-Auto“, wie der Spiegel vor einigen Wochen so schön titelte.

Die Schweiz hat dabei nicht wenig zu dieser enormen Entwicklung beigetragen: Wie im vorher gezeigten Film kurz erwähnt, ist das World Wide Web am Genfersee erfunden worden. Und zwar im CERN, dem „Centre européen de recherche nucléaire“. Das zeigt exemplarisch, wie wichtig internationale Zusammenarbeit für den Fortschritt ist. Heute beherbergt Zürich das grösste Forschungszentrum des Internetgiganten Google ausserhalb der USA, mit mehr als 3000 Mitarbeiter. Das Forschungszentrum von IBM und viele andere private

Forschungsinstitute haben die Nähe zu unseren Eidgenössischen technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne gesucht. Das wirkt sich auch positiv auf unsere Unternehmen aus, die international erfolgreich Schweizer Spitzenprodukte in Informatik und Telematik verkaufen. Die Schweiz hat also in Sachen Forschung und Innovation enorm viel zu bieten. Deshalb ist es auch für Europa wichtig, dass wir weiterhin am europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020 teilnehmen. Ich danke an dieser Stelle der deutschen Bundesregierung für ihre Unterstützung.

Meine Damen und Herren
Damit die technologischen Errungenschaften nicht nur eine Angelegenheit von Entwicklern, Produzenten und Konsumenten ist – sondern auch von Bürgern – muss die Zukunft bildlich gesprochen wieder bei allen Mitgliedern unserer Gesellschaft ankommen. Das ist wohl immer mehr der Fall. Man kann die digitale Welt nicht mehr ignorieren. Jeder ist betroffen: Die Taxifahrer durch Uber, die Hoteliers durch AirBnB, aber auch die Ärzte durch den Supercomputer Watson und „eHealth“.

Und eine Venture Capital Firma in Hong Kong wählte 2014 einen „Finanz-Robo-Advisor“ in sein oberstes Gremium. Ein Computer wird Vorstandsmitglied! Das ist wahrlich gewöhnungsbedürftig. Damit angesichts dieses enormen Wandels die gesellschaftliche Akzeptanz sichergestellt werden kann, braucht es viel Verantwortungsbewusstsein. Wir müssen lernen mit den Möglichkeiten und auch Risiken der neuen digitalen Technologien umzugehen. Und das nicht morgen, sondern heute. Dabei brauchen wir Orientierungshilfen.

Ich sehe drei wichtige Pfeiler:

• Freiheit
• Sicherheit
• Wissen

Lassen sie mich das skizzieren.Zum ersten Pfeiler: Freiheit ist die Voraussetzung für Kreativität. Die technologischen Potentiale
können sich nur entfalten, wenn wir den klügsten Köpfen den nötigen Freiraum lassen. Als Liberaler werde ich deshalb etwas unruhig wenn ich sehe, dass Juristen schon über die zukünftigen Rechte unserer Roboter debattieren. Eine gewisse Zurückhaltung wäre wünschenswert. Denn während wir uns rechtlich gegen alle möglichen Gefahren absichern, riskieren wir, dass immer mehr Wertschöpfungsketten nach Kalifornien oder Asien abwandern.

Nur der verantwortungsvolle Umgang mit Technologie in einem freiheitlichen Umfeld wird es uns erlauben, unsere Industrie und Wirtschaft zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Zudem sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass es keinem staatlichen Gremium gelingen kann, den Überblick zu wahren und Entwicklung in bestimmte Bahnen zu leiten. Hier müssen sich Pioniergeist und Vernunft die Hand geben. Das heisst aber nicht, dass der Staat tatenlos zuschauen soll. Ganz im Gegenteil: Er hat für die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu sorgen. Das fällt bei diesem Thema nicht leicht.

Die Behörden sind hier systematisch im Rückstand. Sie reagieren auf Entwicklungen, welche Wirtschaft und Gesellschaft längst prägen. Die Thematik erhielt lange zu wenig Beachtung. Umso wichtiger ist es, dass die Politik sich in den kommenden Jahren intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzt und auch selber Debatten anstösst. Die Schweizer Regierung wird diesen Frühling eine Neuauflage der Strategie für die digitale Gesellschaft verabschieden. Und selbstverständlich bleibt die Thematik eine Daueraufgabe für verschiedene Bereiche der Verwaltung.

Wie schaffen wir ein positives Umfeld für die Digitalisierung? Einerseits mit einem attraktiven wirtschaftspolitischen und steuerlichen Umfeld, anderseits gezielt mit Innovationsförderung: In der Schweiz haben wir beispielsweise das Netzwerk Swiss Innovation Park geschaffen und sind daran, unsere Kommission für Technologie und Innovation zu reformieren. Sie unterstützt finanziell Firmen und Hochschulen bei Technologietransfer und Produkt- und Prozessentwicklungen.

Aber die Ideen dafür sollen von den privaten Akteuren kommen, nicht vom Staat. Der zweite Pfeiler ist die Sicherheit. Die öffentliche Hand muss weiterhin dafür sorgen, dass die Sicherheit aller Bürger gewährleistet bleibt. Das bleibt eine der wichtigsten Aufgaben des Staates – und sie wird in der digitalen Welt nicht einfacher. Ist der der Schutz der Privatsphäre des einzelnen Bürger weniger hoch zu gewichten als das Interesse der Gesellschaft, sich gegen Terrorismus und Kriminalität zu verteidigen? Sie wissen, diese Debatte findet zurzeit in den USA zwischen einem Unternehmen und dem FBI statt. Wir müssen dazu auch in Europa Antworten finden.

Eines ist heute schon klar: Die neuen digitalen Technologien können dem Allgemeinwohl nur nützlich sein, wenn der Bürger sich nicht von ihnen bedroht fühlt. Hackern und anderen digitalen Freibeutern gilt es das Handwerk zu legen. Das wird mehr denn je nur mit Kooperation gelingen – geographische Grenzen verschwinden auf dem digitalen Globus.

Der dritte Pfeiler lautet: Wissen. „Civilization is a race between education and catastrophe“, schrieb der Autor H.G Wells. Dieses Rennen müssen wir gewinnen. Heute mehr denn je. Einerseits steigen die Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt noch weiter an. Wir tun gut daran, auch in Zukunft in unsere Bildungssystem stark zu investieren. Die Plattitüde von den klugen Köpfen als einziger Rohstoff ist etwas abgenützt, trifft aber auf die Schweiz weiter zu – und auf viele andere Länder auch. Bildung vermittelt den Menschen Fähigkeiten, sichert ihnen Chancen auf einen Job und gibt ihnen damit eine Perspektive. Zweitens macht Wissen aus – überspitzt gesagt – unmündigen Konsumenten neuer Technologien mündige Bürger. Auch das ist zentral, wenn wir die Digitalisierung als Chance nutzen wollen. Dabei sind nicht nur die Ingenieurwissenschaften gefordert, ihr Wissen mit der breiten Öffentlichkeit noch besser zu teilen, damit diese mitreden kann. Auch die Geistes- und Sozialwissenschaftler etwa sind gefragt, um die neuen Formen des menschlichen Lebens und Zusammenlebens zu verstehen und zu vermitteln.

Meine Damen und Herren
Ich komme zum Schluss.Die CeBIT ist ein Ort,an dem Innovationen sichtbar und die digitale Zukunft greifbar werden. Und damit ist die CeBIT eine hervorragende Plattform, nicht nur um „gute Geschäfte“ zu machen – sondern auch über die genannten Fragen nachzudenken und zu diskutieren. Die Schweiz ist stolz, als Partnerland dieser wichtigen Messe auftreten zu dürfen. Und unser Land freut sich, einen massgeblichen Beitrag für die digitale Zukunft zu leisten. Eine Zukunft mit Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit. Eine Zukunft mit Sicherheit, Wohlstand und Perspektiven für alle Bürgerinnen und Bürger.Eine Zukunft, die ihre Versprechen hält. Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche CeBIT.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Es gilt das gesprochene Wort